lautschrift


Lautschrift aktualisiert am 09.02.2008
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Jan
  Aufgeräumt
  Die Pianistin
  Vierzig
  Hamburg
  Karachi Skizzen
  Versicherung
  Frei
  Aussichten
  Besuch
  Maid in Hongkong
  Millenium
  Verwandte
  Wüstentraum
  Briefwunsch
  Verführung
  Unter Nachbarn
  Auf der Suche nach Weihnachten
  Nikolaus
  Von der Stange
  Nachts
  Oh Tannenbaum!
  Opernbesuch
  Gäste
  Handwerker
  Mein Typ
  Die Spinne
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 

Freunde
   
    venuslicht

    - mehr Freunde

Links
  venuslicht
  PTM-Hamburg
  seeyousoon
  wüstenreisen


http://myblog.de/lautschrift

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ein Tag in Hamburg

An jenem Tag erfüllte ich mir einen Wunsch, für dessen Realisierung ich all die Sommer vorher nie die Zeit und Muße fand: Das zweite Mal seit meiner Schulzeit die endlos steilen Treppen des „Michels“, wie wir Hamburger sagen, hinaufzusteigen.

Fast hatte ich die Michaeliskirche, Hamburgs Wahrzeichen und Norddeutschlands bedeutendsten protestantischen Barockbau, nicht wieder erkannt: In meiner Erinnerung hellgrün oxydiert, strahlt sie nun nach jahrelangen und aufwendigen Sanierungsarbeiten in ihrem ehemals kupfernen Braunton. Die zweimal völlig abgebrannte Kirche wurde 1907 bis 1912 wieder aufgebaut und ihr schmuckloser, in Weiß, Grau und Gold gehaltener Innenraum ist immer noch eindrucksvoll.

Eingereiht in die Touristenreihen stieg ich Stufe um Stufe im Gänsemarsch die unzähligen Treppen an dem mächtigen Uhrwerk Deutschlands größter Turmuhr vorbei, hinauf bis auf die Aussichtsplattform, die allerdings auch mit einem Fahrstuhl zu erreichen ist. Von hier oben lag mir Hamburg im strahlenden Sonnenschein zu Füßen. Im frischen und starken Wind ein weiter Blick in alle Himmelsrichtungen: Über den Freihafen mit der kühn geschwungenen Köhlbrandbrucke folgen die Augen dem breiten Band der Elbe bis nach Westen, wandern über Altona bis hin in den fernen Norden mit dem mittlerweile umgebauten Flughafen, erblicken darunter die weiß blitzenden Segler auf der Außenalster, die ab Kennedybrücke und Lombardsbrücke zur Binnenalster wird, an deren Ufer sich die Innenstadt schmiegt mit ihren eleganten Einkaufsstraßen und der zentralen Anlegestelle der Alsterdampfer. Im Osten der Hauptbahnhof und die Elbbrücken und unten an der Norderelbe die Speicherstadt aus rotem Backstein.

Nee, wat is Hamburg schoin!
Auf dem Heimweg spazierte ich durch die Gänsemarkt Passagen, schlenderte an den eleganten Schaufenstern des Jungfernstieges vorbei und gönnte mir das gemächliche Vergnügen den Weg nach Norden nicht mit der U-Bahn, sondern mit dem Alsterdampfer zurückzulegen. Hamburg sollte man unbedingt vom Wasser aus betrachten! Durch die dicht belaubten Grünanlagen entlang der Alster blitzten vornehme Villen und bis nach Winterhude entspannte ich mich beim Anblick der Segel - und Paddelboote, genoß ich diese friedliche Fahrt in dieser ansonsten geschäftigen Großstadt.

Überhaupt ist meine Heimatstadt fur ihre unzähligen und ausgedehnten Parks und Grünanlagen bekannt: Der Zoo „Hagenbecks Tierpark“ ist wohl mit seinem 25 ha großen Gelände einer der großzügig angelegtesten seiner Art Den Ohlsdorfer Friedhof mit seinen uralten, schattenspendenden Bäumen und wunderschön in ihrer Blüte anzusehenden Rhododendron habe ich noch nie gänzlich zu Fuß durchstreift: Auf dem größten Friedhof Europas und Hamburgs größter Grünanlage fahren 2 Buslinien und auch Autos dürfen hier im Schritt die 17 Kilometer Straßen benutzen.

Und im Stadtpark ist immer etwas los! Ob im dort gelegenen Freibad, auf der Freilichtbühne mit seinen unzähligen Open-Air-Konzerten oder auf den vielen Wiesen, auf denen sich gesonnt oder gespielt wird.
Hamburg: Das ist Stadt, das ist Land. Elegant und Gartenidylle, das sind Messen, Konzerte, Theater-aufführungen in Deutschlands großen Häusern, als auch im kleinsten Rahmen, Museen und Ausstellungen, Restaurants und Kinos, Fahrradwege und Hafenrundfahrt. Das ist hanseatisches Understatement in Dunkelblau und grell-turbulente Hafenstraße, man ist Fremdem gegenüber vielleicht zurückhaltend, dafür rauh-herzlich und absolut verläßlich. Mein Hamburg zu beschreiben, hieße eine unendliche Geschichte zu beginnen.

Am Abend erlebte ich den „Michel“, wie ich ihn einem Fremden vorstellen würde: vor sich eine Scholle in Speck gebraten, dazu einen ausgezeichneten Weißwein in einem der besten Hamburger Fischrestaurants zu Fußen der angestrahlten Kirche. Und wie jeden Abend seit 250 Jahren erklang um 21 Uhr der Choral, der unter der Uhr des „Michels“ von einem Trompeter in alle Himmelsrichtungen geblasen wird. Wenn, wie an jenem Abend, dazu noch ein Vollmond darüber am Himmel steht, ist der Eindruck perfekt!

copyright Susann Thomsen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung