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Lautschrift aktualisiert am 09.02.2008
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Superlative Millenium
(Hamburg)

Wie bitte? Sie wissen immer noch nicht, was Sie Sylvester machen werden? Haben weder Pläne noch konkrete Buchungen? Sie wünschen sich nur, dass es dieses Jahr etwas Besonderes, vielleicht sogar Ausgefallenes sei? Ja, wie stellen Sie sich das denn vor?

Schon Ostern erzählte mir Frau Müller-Thurgau vo ihrem mühevollen Unterfangen, allein die Tischreservierung im drehbaren Restaurant des "Furama Hotels" in Hongkong zu bekommen. Natürlich gab es keinen Platz mehr am Fenster, kann man zu so einem späten Zeitpunkt auch nicht mehr erwarten. Aber immerhin werden sie in Hongkong feiern, ein asiatisches Lichtermeer zu Füßen! Hennemanns wissen einfach, was sie wollen: Zum Jahrtausend Wechsel haben sie schon letztes Jahr tief in die Tasche gegriffen und das kleine Hotel in Tirol exklusiv für Silvester gemietet. Ausgewählte Freunde werden anreisen und man darf jetzt schon gespannt sein, was Dr. Kohnke und Gattin zu diesem Ereignis beisteuern werden! Frank und Sandy werden es irrsinnig romantisch haben unter dem Sternenhimmel der Wüste im malerischen Oman. Sie sehen sich schon jetzt alle Reisemagazine an, die auch nur im entferntesten mit Arabien zu tun haben könnten. Man könnte richtig neidisch werden!

Aber den Vogel schießen wohl Margit und ihr aufgeblasener Hans-Dieter ab: Nachdem Margit ihre jahrelangen Kämpfe um Grünpflanzen und Bücherwaende in ihrem supermodernen Penthhaus aufgegeben hat und nun ähnlich Hans-Dieter dem "weniger-ist-mehr- Stil" frönt, lagern sie alles Überflüssige aus. Ihre Wohnung hat in Sachen Gemütlichkeit ohnehin schon den Charme eines Getränkeabholmarktes und nun wollen sie dem neuen Jahrtausend "stilvoll begegnen". Ähnlich einem Raumschiff stehen nur noch ungequeme Designer Sitzmöglichkeiten herum, die handverlesenen Gäste werden sich wohl an einem altmodischem Glas Champagner laben dürfen, doch das Essen wird eher mager ausfallen: Hans-Dieter hat all seine Kontakte nach USA abgeklappert, um irgendein Astronautenfutter zu bekommen. Margit faselte aufgeregt von unzähligen Telefonaten, Schwierigkeiten, Hans-Dieters sagenhaften Beziehungen und ich möchte nicht wissen, was mir da an bunten Pillen entgeht! Über die Preise schwieg sie ausdauernd und vielsagend und erwähnte dann nur noch, dass sie zur "visuellen Auflockerung" einen Bildschirm von sage und schreibe zwei mal drei Metern auf dieser Messe in Tokyo bestellt hätten.

Im gesamten Bekanntenkreis wird nur noch von exotischen Reisezielen, etlichen ausgefallenen Ideen und mühsamster Planungsarbeit gesprochen. Und die Garderobe und das Packen und wer nimmt Waldi und ob Schwiegermutter wirklich bei Tante Gertrud gut aufgehoben sein wird. Ob es dieses Jahr genügend Feuerwerk zu kaufen gibt? Verkaufsengpässe bei Champagner? Und das Geld! Es werden astronomische Summen ausgegeben!

Und Sie haben nun immer noch keine Idee? Kein Konto geplündert, keine Koffersets bestellt? Dann werden Sie einen netten Abend im Freundeskreis verbringen, um Mitternacht frierend und doch staunend das Feuerwerk betrachten und es wird sein wie immer: Viele gute Vorsätze und ein etwas schwerer Kopf! Na dann, Prost Neujahr!

copyright Susann Thomsen



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